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Mittwoch, 14. September 2011
DRESDEN
Die Dresdner haben ein Juwel geschaffen
Schauspielerin Barbara Wussow war gestern bei einer Modenschau im Elbepark / DNN trafen den „Schwarzwaldklinik“-Star
Was frau in diesem Herbst und Winter trägt, erfuhren die Gäste einer Modenschau des Labels „Gelco“ im Elbepark gestern aus erster Hand. Dabei bekamen sie nicht nur einen Einblick in die aktuellen Kollektionen, sondern erlebten mit der Schauspielerin Barbara Wussow auch einen echten Star hautnah. Der Tochter von Klausjürgen Wussow (1929–2007) gelang 1985 mit ihrer Rolle als Lernschwester Elke in der Kultserie „Die Schwarzwaldklinik“ der Durchbruch. Seit drei Saisons ist die 50-Jährige, die selbst gelernte Kostümbildnerin ist, neben ihren TV- und Theaterengagements als Markenbotschafterin des auf Damenmode spezialisierten Modeunternehmens „Gelco“ unterwegs. DNN hatten vor der Modenschau Gelegenheit zu einem Gespräch mit Barbara Wussow.
Frage: Frau Wussow, was macht eine Markenbotschafterin?
Barbara Wussow: Mir geht es darum, diese für mich sehr tragbare, sehr praktische und sehr schöne Mode in die Öffentlichkeit zu bringen. Es gibt viele Stammkunden, die „Gelco“ kennen. Aus ganz verschiedenen Altersgruppen. Aber man kann immer auch neue Kreise erschließen. Erleichtert wird der Zugang dorthin über ein bekanntes Gesicht und das ist meine Aufgabe als Markenbotschafterin.
Verraten Sie uns schon einmal die Trends für den kommenden Herbst und Winter?
Dominieren dürfte mit Sicherheit eine ruhige Mode mit ruhigen Farben, denn der wilde narrische Sommer ist vorbei. Es kommen zum Beispiel Kuschel- und Grautöne, die man mit einigen Farbspritzern wie rot oder hellblau aufpeppen kann. Der große Vorteil dieser Trends ist, dass sie sich jeder Haut- und Haarfarbe anpassen.
Haben Sie bei Filmdrehs eigentlich Einfluss darauf, was Sie vor der Kamera tragen?
Natürlich. Es gibt eine Kostümbildnerin, die sich mit jedem einzelnen Schauspieler zusammensetzt und am Kostüm die Rolle erarbeitet. Ist man sich einig geworden, wird die Garderobe eingekauft bzw. extra für den Film hergestellt. Da geht natürlich nichts los ohne das endgültige Okay des Regisseurs, aber wir Schauspieler haben sehr viel Mitspracherecht und sagen auch, wenn wir etwas partout nicht anziehen möchten.
Sie haben Ihre Karriere als Schauspielerin vor über 25 Jahren begonnen. Wie jede Branche kämpfen auch Film- und Theaterproduktionen mit steigendem Kostendruck. Würden Sie einer jungen Frau, die heute davon träumt, Schauspielerin zu werden, zu diesem Beruf raten?
Aus der Sicht des Traums würde ich ihr in jedem Fall dazu raten, denn es ist ein Traumberuf. Aber Sie haben vollkommen Recht, es ist schwerer geworden, der Markt enger. Ich fing im Alter von 22 Jahren an, als Schauspielerin zu arbeiten und damals konnte man noch einen stetigen Karriereweg verfolgen. Heutzutage geht alles so schnell. Vielleicht schafft man es von heute auf morgen über eine Serie oder einen Film an die Spitze, ist aber womöglich übermorgen schon wieder vergessen. Da spielt natürlich mit rein, dass wir keine richtigen Schauspielschulen mehr haben, dass eine fundierte Ausbildung keine Pflicht mehr ist und Menschen quasi von der Straße geholt werden. Ich bin froh, dass ich meine Karriere in einer anderen Zeit begonnen habe.
Hatten Sie schon Zeit, ein wenig durch Dresden zu bummeln?
Ich bin ja erst am Montag aus Wien angereist und muss leider schon am Mittwoch weiter. Aber ich nutzte den Montagabend für einen Spaziergang über den Neumarkt, da ich die fertig gestellte Frauenkirche bis jetzt nur von Bildern kannte und bin begeistert. Es war gerade die Stunde, in der die Sonne unterging und die Kirche und die Häuser drum herum in ein warmes Licht tauchte. Da dachte ich: Glückwunsch, liebe Dresdner, was ihr hier für ein Juwel geschaffen habt. Man wird ja regelrecht betrunken von der Schönheit dieser Stadt.
Was sind Ihre aktuellen Projekte?
Am 1. Oktober strahlt das ZDF eine Geburtstagsshow für André Rieu aus, die ich moderiere und am 23. Oktober den im Sommer abgedrehten Pilcher-Film „Englischer Wein“ mit meinem Mann und mir in der Hauptrolle. Der- weil spiele ich Theater bei den „Jedermann“-Festspielen im Berliner Dom und schlüpfe in die Rolle der Buhlschaft. Premiere ist am 20. Oktober.
Interview: Christoph Stephan
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